Die Realität Einer Lumbalen Diskektomie

Zwar wird die Diskektomie im Allgemeinen als ein erfolgreiches Verfahren angesehen, dennoch zeigt sich bei bestimmten Patienten im Lauf der Zeit eine hohe Versagensrate. In größeren Studien lag die Zufriedenheit der Patienten nach 1 Jahr nur bei ca. 75 %1Strömqvist, B, et al: One-Year Report from the Swedish National Spine Register. ACTA ORTHOPAEDICA SUPPLEMENTUM NO. 319, VOL. 76, 2005. und etwa 19 % der Patienten wurden innerhalb von 9 Jahren nochmals operiert 2Keskimaki I, et al. Reoperations After Lumbar Disc Surgery: A Population-Based Study of Regional and Interspecialty Variations. Spine 25: 1500-8. 2000.,3Malter AD, et al. 5-Year Reoperation Rates After Different Types of Lumbar Spine Surgery. Spine 23: 814-20. 1998..

Das Versagen des Verfahrens basiert auf einer von zwei Hauptursachen:

  • erneute Beschwerden in Verbindung mit einem Rezidiv-Bandscheibenvorfall
  • chronische oder stärker werdende Rückenschmerzen

Zwei parallel durchgeführte Studien zum Thema Rezidiv-Bandscheibenvorfälle und Rückenschmerzen nach Diskektomie zeigten, dass die Behandlung dieser beiden möglichen Rückfälle innerhalb der ersten beiden Jahre zusätzliche direkte Behandlungskosten von mehr als USD 7500 pro operiertem Patienten verursachte 4Garcés Ambrossi GL, et al. Recurrent Lumbar Disc Herniation after Single-Level Lumbar Discectomy: Incidence and Health Care Cost Analysis. Neurosurgery 65:574-578, 2009.,5.Parker SL, etl. Long-term back pain after a single-level discectomy for radiculopathy: incidence and health care cost analysis. Journal of Neurosurgy: Spine 12: 178-82. 2010.

In Anbetracht der über eine Million Diskektomien, die weltweit jedes Jahr durchgeführt werden, könnte das Vermeiden solcher Misserfolge und eine Verbesserung der Patientenergebnisse zu bedeutenden Einsparungen für Patienten und Versicherungen führen.

Wenn im besten Fall nur die Patienten mit dem höchsten Risiko eines Therapieversagens identifiziert und mit der Barricaid® Anulus-Teilersatz behandelt werden könnten, würden sich die durchschnittlichen Einsparungen nochmals drastisch verbessern, da Patienten, bei denen ein Misserfolg unwahrscheinlich ist, nicht damit behandelt würden.

 

Rezidivierende Bandscheibenvorfälle

Das Gesamtrisiko eines Rezidiv-Bandscheibenvorfalls liegt, je nach Literatur, zwischen 2 und 18 % 6Atlas, S, et al: Long-Term Outcomes of Surgical and Nonsurgical Management of Sciatica Secondary to a Lumbar Disc Herniation: 10 Year Results from the Maine Lumbar Spine Study. Spine 2005: 30(8): 927-935.,7Weinstein, J, et al: Surgical Versus Nonoperative Treatment for Lumbar Disc Herniation: Four-Year Results for the Spine Patient Outcomes Research Trial (SPORT). Spine 2008: 33(25):2789-2800.,8Watters WC and McGirt MJ. An evidence-based review of the literature on the consequences of conservative versus aggressive discectomy for the treatment of primary disc herniation with radiculopathy. The Spine Journal 9: 240-57. 2009. Es gilt als gesichert, dass die Größe des Anulus-Defekts eine wichtige Rolle für die Rate an Rezidiven spielt. Bei Patienten mit kleinen Defekten oder Rissen im Anulus liegt das Rezidivrisiko bei 1 %, während Patienten mit großen Defekten ein Risiko zwischen 18 und 27 % haben 9Carragee, E, et al. Clinical Outcomes After Lumbar Discectomy for Sciatica: The Effects of Fragment Type and Anular Competence. JBJS: 85-A (1): 102-108. 2003.,10McGirt MJ et al. A Prospective Cohort Study of Close Interval Computed Tomography and Magnetic Resonance Imaging After Primary Lumbar Discectomy: Factors Associated With Recurrent Disc Herniation and Disc Height Loss. Spine 34: 2044-51. 2009..

ANGEPASSTE KAPLAN-MEIER-KURVE ZUR REZIDIVRATE VON LUMBOISCHIALGIE JE NACH HERNIATIONSTYP (AUS CARAGEE ET AL., JBJS 2003)

Chronische oder progrediente Rückenschmerzen

Vor der Einführung der Anulus-Verschlusstechniken hatten die Chirurgen nur eine Option um das Risikos eines Rezidivs bei den Patienten mit großen Defekten zu verringern: das aggressive Entfernen des verbliebenen Nukleus. Dieser Ansatz ist erfolgreich, betrachtet man die Rate an Rezidiv-Bandscheibenvorfällen, aber zum Preis von bedeutend schlechteren klinischen Resultaten und verminderter geringerer Zufriedenheit der Patienten 11McGirt MJ et al. Recurrent Disc Herniation and Long-Term Back Pain After Primary Lumbar Discectomy: Review of Outcomes Reported for Limited Versus Aggressive Disc Removal. Neurosurgery 64: 338-45. 2009..

Chronische oder progrediente Rückenschmerzen nach einer Diskektomie werden in der Literatur als ein weiteres häufiges Therapieversagen aufgeführt, mit Raten zwischen 7 und 37 % 12Parker SL, etl. Long-term back pain after a single-level discectomy for radiculopathy: incidence and health care cost analysis. Journal of Neurosurgy: Spine 12: 178-82. 2010.,13McGirt MJ et al. Recurrent Disc Herniation and Long-Term Back Pain After Primary Lumbar Discectomy: Review of Outcomes Reported for Limited Versus Aggressive Disc Removal. Neurosurgery 64: 338-45. 2009..

NEGATIVE ERGEBNISSE NACH EINER DISKEKTOMIE, NACH METHODE (AUS MCGIRT ET AL., NEUROSURGERY 2009; >2 JAHRE POST-OP)

Erhalt der Bandscheibe

Stärker werdende Rückenschmerzen nach Diskektomie wurden in Verbindung mit einem größeren Verlust an Bandscheibenhöhe gebracht 14Yorimitsu E et al. Long-Term Outcomes of Standard Discectomy for Lumbar Disc Herniation: A Follow-Up Study of More Than 10 Years. Spine 26: 652-7. 2001..

Der größere Verlust an Bandscheibenhöhe wird wiederum mit dem Entfernen einer größeren Nukleus-Menge während der Operation in Verbindung gebracht 15McGirt MJ et al. A Prospective Cohort Study of Close Interval Computed Tomography and Magnetic Resonance Imaging After Primary Lumbar Discectomy: Factors Associated With Recurrent Disc Herniation and Disc Height Loss. Spine 34: 2044-51. 2009..

Je mehr Material aus dem Inneren der Bandscheibe entfernt wird, desto weniger ist diese imstande, das auf der Wirbelsäule lastende Gewicht zu unterstützen und desto größer ist das Risiko eines Bandscheibenkollapses. Daher können die Patienten mit präoperativ hohen Bandscheiben am meisten von einer begrenzten Diskektomie in Kombination mit einem Anulus-Teilersatz profitieren und diese erhalten, da die Menge an zu entfernendem Nukleus reduziert wird.

 

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